Bank Austria/Unicredit vergibt Atomkredit für AKW-Mochovce-Ausbau

Gefährlichstes Atomprojekt Europas wird mit Unterstützung einer österreichischen Bank verwirklicht.

Medienmitteilung des Vereins „Antiatom Szene“ am 19.10.2011
Seit sich die Erste Bank im April 2008 nach viel Protest aus dem 800 Millionen-Euro Mochovce-Atomkredit zurückzog, war der Mochovce- Betreiber „Slovenské Elektrárne – SE“ auf der Suche nach neuen Geldgebern, um den Ausbau der slowakischen Mochovce-Reaktoren 3 & 4 finanzieren zu können. Nun sagte die Bank Austria/Unicredit dem Mochovce-Betreiber die für die Umsetzung fehlenden Mittel zu und ignoriert damit nicht nur die Antiatom-Haltung ihrer österreichischen Kunden, sondern dürfte darüber hinaus sogar ihre eigene Geschäftspolitik ad absurdum führen.  Das AKW-Mochovce gilt insbesondere wegen der fehlenden Schutzhülle als das gefährlichste Atomprojekt Europas. Selbst die sonst eher atomfreundliche EU-Kommission bemängelte diesen Umstand. Die aus den 70-er Jahren stammenden Reaktoren mit einer völlig überholten Technologie können NICHT auf heute übliche Standards nachgerüstet werden. Hinzu kommt, dass das UVP-Verfahren zum AKW-Mochovce im Widerspruch zu EU-Recht durchgeführt  wurde und  Bürgerrechte damit massiv verletzt wurden. Im Rahmen einer Antiatom-Szene-Online-Kampagne haben über 4000 Menschen Beschwerde bei der EU-Kommission diesbezüglich eingereicht.
„Sollte die Bank Austria dieses Geschäft mit Slovenské Elektrárne tatsächlich abwickeln, hat sie in der Folge die volle Verantwortung für die von Mochovce ausgehende atomare Bedrohung zu übernehmen.“, empört sich Elvira Pöschko, Obfrau der NGO „Antiatom Szene“. „Denn bei Atomprojekten ist es wie bei allen anderen Projekten auch: Die Finanzierung entscheidet letztendlich über die Verwirklichung.“, so Pöschko.

Schon 1990 wurde Geldmangel zum Verhängnis für die Mochovce-Blöcke 3 & 4 und die Bauarbeiten mussten damals eingestellt werden.

„Wir fordern die „Bank Austria“ auf sich Ihrer großen Verantwortung bewusst zu werden und sofort aus diesem schmutzigen Geschäft auszusteigen!“, schließt Pöschko.

Weitere Informationen:
Elvira Pöschko:  + 43 650 6660065, office@antiatomszene.info , www.antiatomszene.info