Radioaktives Jod 131 an einigen Messstationen in Österreich und anderen europäischen Ländern registriert

Das Material könnte aus einem Störfall in den AKW´s Bohunice, Mochovce oder Paks stammen – umgehende Untersuchung vor Ort gefordert

An einigen Messstationen in Österreich (Niederösterreich, Wien, Oberösterreich) wird seit gestern Mittag das radioaktive Jodisotop 131 registriert. Die Dosis beträgt angeblich ca. 1 Nanosievert . Diese Menge ist zwar noch nicht gesundheitsgefährdend, jedoch signifikant und nicht mehr zu vernachlässigen. Es handelt um ein Isotop, welches leicht flüchtig ist bei AKW-Unfällen unmittelbar entweicht, falls es zu Leckagen im Primärkreislauf kommt.

Das Umweltministerium in Wien reagiert beschwichtigend mit Vergleichen zur Röntgenuntersuchung bzw. Langstreckenflug. Dabei wird allerdings nicht berücksichtigt, dass sich Jod 131 in der Schilddrüse anreichert und dort wesentlich höhere Belastungen entstehen können. Es wird auch davon gesprochen, dass die Belastung von der Industrie oder einem medizinischen Labor stammt, obwohl die Herkunft bis jetzt ungeklärt ist. Die naheliegend Erklärung – ein AKW-Störfall – wird unverständlicherweise ausgeklammert. Gegen die „harmlose“ Erklärung spricht die Tatsache, dass Jod 131 auch in Tschechien, Polen, Dänemark und Schweden gemessen wurde.

Aufgrund der vorherrschenden Windrichtung (Ost bzw. Südost) käme ein Störfall in den grenznahen AKW´s Bohunice, Mochovce (Slowakei) oder Paks (Ungarn) in Frage. “Ich möchte das Umweltministerium auffordern, statt Beschwichtigungen umgehend die Situation in den genannten AKW direkt vor Ort zu untersuchen”, erklärt Radko Pavlovec, unabhängiger Energieexperte.