Wurde der tatsächliche Verursacher der Jod 131-Emissionen in Europa wirklich gefunden?

Zweifel an den Angaben der IAEO sind nach wie vor angebracht. Die AKW´s  Mochovce und Paks sollten von unabhängigen Experten auf mögliche Störfälle untersucht werden.

Heute vermeldete die IAEO, die in den letzten Wochen in mehreren europäischen Ländern festgestellten geringen Konzentrationen des radioaktiven Isotops Jod 131 würden wahrscheinlich vom ungarischen „Institute of Isotopes“ am westlichen Rand von Budapest stammen. Das Umweltministerium in Wien erklärte prompt in seiner Aussendung: Quelle der geringen Iod-131-Spuren in Ungarn gefunden.

An den Erklärungen  von IAEO und BMU sind allerdings nach wie vor Zweifel angebracht. So erklärte der Leiter des ungarischen Forschungsinstituts József Környei, die Jod-Emissionen aus seinem Institut können nicht die Ursache für die in mehreren europäischen Ländern gemessenen Werte darstellen. Jod 131 wird vom Institut im Normalbetrieb laufend freigesetzt.Die heurigen Emissionen seien zwar etwas erhöht, jedoch im normalen Bereich. Laut den Angaben des Institutsleiters wurden heuer erst 39% der vom ungarischen Gesundheitsamt genehmigten Menge von Jod 131 freigesetzt. Das Institut ist außerdem auf Strahlenmessungen spezialisiert. Es ist daher kaum vorstellbar, dass erhöhte Emissionen nicht direkt vor Ort gemessen würden.

Das Institut liegt am westlichen Rand von Budapest genau in der Mitte der Verbindungslinie zwischen den AKW´s Mochovce (Slowakei) und Paks (Ungarn). Beide Atomkraftwerke sind ca. 85 km Luftlinie entfernt. Es erhebt sich daher die Frage, ob die Quelle der Emissionen nicht von einem Störfall in einem der beiden AKW´s stammt und das Institut zur Beruhigung der Öffentlichkeit lediglich vorgeschoben wird.  „Die AKW´s Mochovce und Paks sollten dringend von unabhängigen Experten auf mögliche Störfälle in den letzten Wochen untersucht werden“, erklärt Pavlovec.